Startseite
  Über...
  Archiv
  Als ich mich selbst zu lieben begann
  Meine Bücher
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 

http://myblog.de/michgefunden

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Ist das Wesen der Liebe ohne Emotion?

 

Immer wieder höre ich, dass es mit der Liebe so sei, wie mit der Definition von Warm und Kalt. Jeder versteht etwas anderes darunter. Und ein jeder handelt gerade so wie er es will, im Namen der Liebe.
Haben wir doch alle schon die Höhen, das Glücksgefühl im Bauch verspürt, wenn sich eine neue Liebe anbandelt. Und ebenso haben wir die Panik, die Angst vor dem verlassen werden, die Qual der Verschmähten gespürt. Viele von uns auch, mehrmals, in wechselnden Rollen. Und irgendwo zwischen dem verliebt sein, der Monotonie und dem Ende war dann wohl die Liebe zuhause. Oder?

Nun ist es, für mich, ein Zeichen von Resignation wenn sich Menschen mit dem Satz: „Das ist halt immer so, mit der Liebe!“ zufrieden geben. Gerade weil etwas immer so war, sollten wir es hinterfragen.
Ich denke, dass Liebe das meistgenutzte Wort auf diesem Planeten ist. In Liedern, Filmen und Romanen wird sie immer wieder genannt. Und immer wird sie begleitet von Herz, Schmerz, Liebeskummer, Freude und Tränen. Als wäre dies alles ein Naturgesetz.

Und obwohl viele von uns nicht wissen, wie LIEBE richtig funktionieren soll, fordern alle Glaubenssysteme und Glaubensrichtungen die Liebe zum Nächsten und zu uns selbst.
Unzählige Hinweise darauf, dass wir uns auch selbst lieben sollen. Aber wie?
Meinen Partner lieben. Aber wie?
Meinen Nächsten Lieben. Aber wie?
Kompromisse eingehen? Aber wie?                                                                                      
Wo hört das auf und wo fängt die Selbstverleugnung um der Liebe Willen an?

Bei manchen Menschen führt dieses ganze Liebesgerede sogar dazu, dass sie sich angewidert von der Liebe, so wie sie sich ihnen darstellt, abwenden. Sie für nicht existent erklären.
Wieder Andere erklären sie nach einem tief empfundenen Schmerz als nicht vorhanden und Lüge.
Und so fühlen sich immer mehr Menschen unfähig zu lieben. Zumindest so leidenschaftlich zu lieben und zu leiden, wie es uns in dieser Welt vorgelebt wird.
Die eigene Erkenntnis, sich nicht mehr von Emotionen in die eine oder andere Richtung, in die Hoch und Tiefs einer Beziehung, hineinzusteigern wird oftmals vom Partner als Lieblosigkeit, Härte und Gefühlskälte empfunden. Manchmal sogar von den Menschen, die diesen Umbruch im Denken vollzogen haben. Sie versuchen zu erklären was zunächst nicht mit Worten zu erklären ist. Und weil es so schwierig in Worte zu fassen ist, denken Sie es würde mit ihnen etwas nicht stimmen.
Und anstatt mit Verständnis zu kontern und weiterhin nach etwas gemeinsamen zu suchen, wird das Trennende vom Partner übergroß aufgebläht. Nun werden Worte und Liebesschwüre aus der Vergangenheit eingefordert und der Andere damit regelrecht überfordert. Und so zieht sich der Mensch, der nichts weiter wollte als nach seiner Überzeugung zu leben, zurück und verlässt die Beziehung. Und er tut gut daran!
Diese Wahl sich nicht mehr den Emotionen der Liebe hinzugeben lässt sie auf uns kühl und unnahbar wirken. Und wir Alle, die wir so viel von Liebe verstehen urteilen dann über so viel „Lieblosigkeit und Herzenskälte“.
Doch ist ihr Wunsch sich zurückzuziehen wirklich so gegensächlich zur Liebe?
Immer wieder fragen wir uns, warum Gott oder die Urkraft, die Urenergie oder wie immer sie dazu sagen, in dieser Welt so viel Leid und Elend zulassen kann.
Schon immer gingen die Menschen davon aus, von ihren Göttern geliebt und begleitet zu werden.
Warum dann diese Not, bei all der göttlichen Liebe?

Ist es nicht möglich, dass Gott uns liebt und uns trotzdem oder gerade deshalb gewähren lässt?
In jeder spirituellen Ausbildung lernte ich persönlich, wie wichtig es ist, die Position des Opfers und ebenso des Kämpfer in diesem Spiel des Lebens zu verlassen und mich auf die Position des Beobachters zurückzuziehen. Beobachten um zu lernen. Emotionslos ohne eine Wertung des Gesehenen abzugeben. Ein Urteil steht niemandem zu. Niemanden!
Denn auf Seelenebene herrscht große Liebe zwischen Opfer und Täter.
Die Seele, die sich als Opfer erfahren möchte, bittet eine andere Seele, welche die Erfahrung des Täters machen möchte, in Liebe darum, ihr das anzutun.
All unser Sein dient nur dem Zweck uns zu erfahren! Mal als Opfer- mal als Kämpfer. Mal als Wolf und mal als Lamm. Mal schrecklich und mal als Heiliger.
Und mit diesem Wissen ist es möglich zu begreifen, dass die Liebe Gottes zu uns vollkommen emotionslos ist.
Er ist der Beobachter, der sowohl den Täter wie das Opfer liebt.
Alle Versuche Gott Emotionen zuzuschreiben wie wir Menschen sie ausleben in Hass, Wut, Ekel usw., ist ein menschlicher Versuch der Annäherung an Gott.
Doch Gott ist nicht menschlich. Wir jedoch sind göttlichen Ursprungs.
Es gibt keine größere Liebe als die Gottes, uns gewähren zu lassen und uns selbst wenn wir IHN abweisen, uns weiterhin zu lieben. Einfach weil Liebe sein Wesen ist.

Doch wenn die göttliche Liebe zu uns emotionslos ist, dann ist es nicht verwunderlich, dass unsere emotionsreichen Liebesbeziehungen so oft scheitern.
Und so ist die bewusste Verweigerung von menschlichen Emotion wie Leidenschaft die Leiden schafft, Verzerren nach dem Anderen und unglücklich sein bei dessen Abwesenheit, der wohl wichtigste Schritt auf dem Weg zum wahren Wesen der Liebe. Denn ich kann doch einen anderen Menschen nicht dafür verantwortlich machen, wie ich mich fühle.
Wie ich mich fühle liegt einzig an mir. Denn ich erschaffe einzig in mir eine Stimmung in Liebe oder in selbst zerstörerischer Unliebe.
Und wer die Liebe zu sich selbst erlebt, der möchte dieses Gefühl auch einmal auskosten, auch ohne an einen Partner gebunden zu sein. Respektieren wir es- ohne Wertung- in Liebe. In einer Liebe die nichts mehr vom Anderen fordert, sondern nur noch respektiert und achtet.
Es ist keine Lieblosigkeit. Es ist Entwicklung!

Diese Erkenntnis wird unweigerlich dazu führen, sich um den wichtigsten Teil des eigenen Lebens zu bemühen- um sich Selbst.
Und wenn wir es schaffen, gleich einer Schale unter einer Quelle, uns im Fluss der Liebe so selbst zu befüllen, dass diese Liebe in uns überläuft und die nun beginnt, sich einem Rinnsal gleich auszubreiten und dabei Andere benetzt, so sind wir auf einem wahren Weg der Liebe. Dadurch wird die Nächstenliebe nicht zu einer Aufgabe sondern zu logischen Konsequenz aus eigenen Liebe.

Eine Liebe ohne Herzschmerzfaktor mag dem einen oder anderen fade und öde erscheinen.
Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es eine tiefe, lang anhaltende Liebe sein wird. Weil wir
den Anderen nicht mehr zwangsläufig brauchen, um uns gut zu fühlen.
Beide Menschen von dieser Erwartung befreit, können die Beziehung nun entspannt, als Bereicherung des eigenen Seins erleben. In Achtung und Verständnis für den Anderen.
Und wenn wir nun noch, nur den Augenblick genießen, ohne uns mit der Zukunft zu beschäftigen, sind wir unserer uralte Erinnerung von wahrer Liebe bereits um einiges näher.
Ganz sicher werden auch dann noch Beziehungen nicht ewig halten. Nichts ist ewig. Die ganze Schöpfung lebt von Veränderung. Auch wir Menschen ändern uns- stetig. Und ein sich verweigern dieser Tatsache wird nur Schmerz in unserem Herzen erzeugen.

Es ist möglich am Ende einer Beziehung dem anderen für die Zeit zu danken und ihn in Liebe gehen zu lassen. Unsere Liebe kann den Anderen auch dann noch begleiten wenn er/Sie sich in einem anderen Tempo entwickelt und alles in Trennung zu enden scheint. Denn auch wenn der Andere nicht mehr mein Partner ist, so bleibt er doch mein Nächster.
21.2.15 19:18
 
Letzte Einträge: Wahrheit, Erinnerung, Erinnerung, Erinnerung, Erinnerungen


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung